Vorsprung durch Tempo: Tÿpo St.Gallen

Beyond TYPO – Der Blick auf andere Veranstaltungen aus der typografischen Szene: Das Schweizer Typografie-Symposium fand vom 18. bis 20. September 2015 zum dritten Mal statt. An der Schule für Gestaltung St.Gallen wurde hochkarätig und leidenschaftlich getagt zum Thema „Tempo“.

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Von Sonja Knecht, @sk_txet

Schweiz. Unweigerlich muss ich an das Wort „betulich“ denken; ich kann nichts dafür. Es liegt an meiner Freundin Nadine. Beharrlich erzählt sie ihren Lieblingsschweizerwitz und der geht so: Man zeichnet in Zeitlupe eine Zick-Zack-Linie in die Luft, was ist das? Ein Blitz in Bern. Nadine ist aus Bern und gar nicht betulich, aber das tut jetzt nichts zur Sache.

Zum ersten Mal auf der Tÿpo St.Gallen und konfrontiert mit dem Tagungsthema Tempo, will mir der Blitzwitz nicht aus dem Sinn – und passt bestens als Einstimmung: Der einsträngige Programmablauf sorgt für eine gemäßigte Gangart und intensiviert das Erlebnis der rund 300 Gäste, liebevoll umsorgt von Roland Stieger, Andreas Tschachtli und Team. Alles läuft wie am Schnürchen. Stieger stellt zunächst den Moderator vor: „Der Clemens hilft uns als Schweizern, in eine gewisse Lockerheit reinzukommen.“ Der Clemens (Schedler) ist Österreicher, hat bereits auf der TYPO Berlin gesprochen und moderiert und begleitet auch die tga-Konferenz in Raabs mit seinen karmisch korrekten Begleitbemerkungen. Um eine Art Zusammenfassung vorwegzunehmen: Bei den Vorträgen kristallisieren sich, neben lebenspraktischen Grundsätzlichkeiten, drei Schwerpunkte heraus.

Die Gestaltung der eigenen und fremder Existenzen:
Buch und Plakat revisited

Gleich als erster thematisiert Bernd Kuchenbeiser die notorische Zeitknappheit bei Gestaltungsjobs und benennt eine unangenehm gegenläufige Entwicklung der letzten 10 Jahre: „doppelt so viel Arbeit, halbes Einkommen“. Den „Gestalter“ hat er kürzlich von seiner Visitenkarte gestrichen. Er arbeite gern, auch nach 20 Jahren, keine Frage – doch es habe sich etwas verändert: „Wir haben vergessen, uns mit Resonanz zu beschäftigen“. Darum geht es ihm und den anderen Vortragenden: um Resonanz, Austausch, Interaktion.

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Sagt in kurzer Taktrate viele schöne Sachen: Bernd Kuchenbeiser. Das Foto ist von Michael Bundscherer, wie auch das Titelbild und alle folgenden.

An diesem Punkt schon bin ich Kuchenbeiser-Fan. Es kommt noch dicker. Es sei doof, wenn eine Gestaltung, ein (visuelles) Versprechen, etwa eines Buches, „nicht auf einen Inhalt zurückgeführt werden kann“. Kuchenbeiser zeigt uns ein sehr schönes Buch über „betrunkenes Kämpfen“ (man simuliert Trunkenheit, um den Gegner zu täuschen) und eines über den Architekten Peter Behrens, bei dem die Herausforderung im Binden der 1.152 Seiten (keinen Heißkleber verwenden!) bestand und Michael Hochleitners Fließtextschrift Ingeborg „das Beschauliche, Betuliche“ repräsentiere. Ha! Da ist es schon! Das Betuliche! Im ersten Vortrag!

Erstmal sich selber entwerfen, dann die Resonanz nicht vergessen.

Nur ist der Vortrag alles andere als betulich. Kuchenbeiser sagt leise und in kurzer Taktrate viele schöne Sachen. Er ist es, der empfiehlt, „den Entwurf der eigenen Existenz zur wichtigsten Aufgabe zu machen“ – denn „das Entwerfen dient in erster Linie dazu, sich selber zu entwerfen“. Erst danach könne man daran denken, andere Dinge zu entwerfen. Oder überhaupt Dinge. Oder Schriften.

Oder Plakate.

Plakate wie Punk

Kaum mag ich mich schon auf den nächsten Vortragenden einlassen, doch mit „Downtempo“ macht uns Dafi Kühne, „eine der wilden Socken auf der Tÿpo St.Gallen“ (Schedler), das Leben leicht oder besser gesagt: analog. Seine Auftraggeber sind Punkbands, Galeristen oder etwa Schabziger, ein Schweizer Käse mit 550-jährigem (!!!) Produktjubiläum.

Dafi Kühne entwirft, gestaltet und druckt per Hand und zeigt uns dazu Produktionsfilme. In Zeitraffer („das mache ich nicht so schnell“, sagt er langsam) sehen wir ihn Buchstaben aus Papier ausschneiden und zusammenkleben oder Holzlettern einzeln montieren, setzen, ausgleichen und per Handpresse zu Plakaten drucken. „Das ist jetzt Echtzeit“, lässt er an anderer Stelle vernehmen und es habe „etwas Zermürbendes“, wenn man sich selbst so zuschauen muss“. Für uns nicht. Wir erfreuen uns zum Beispiel an einem Konzertplakat, auf dem alle berühmten Bands gestrichen und durch lokale Größen (klein in Blei daneben) „ersetzt“ wurden. Die Ästhetik und Herstellungsweise von Dafi Kühnes Plakaten erinnert an die Fanzine-Kultur der 1970er und ’80er Jahre, als Letraset-Rubbelbuchstaben (Volksmund), offiziell „Anreibebuchstaben“, fette Eddings und vor allem Kopierer die Mittel der Wahl waren.

Dafi Kühne druckt ebenso langsam, aber zügig, wie er spricht, und erzielt mit beidem beste Ergebnisse.

 

Dafi Kühne druckt ebenso langsam, aber zügig, wie er spricht, und erzielt mit beidem beste Ergebnisse

Die Krönung Kühnes analog-anarchisch-superlangsamer, umständlich-komplexer – betulicher? – Arbeitsweise sind seine Wurstplakate. Plakate zum Verkaufen sollten es sein, also logischerweise für die Küche, „denn wo sonst hängt man Plakate auf“.

Eine fröhlich-fleischliche Stimmung macht sich breit.

Da kann sich so mancher Drucker eine (ähem) Scheibe abschneiden: die Buchstaben haben kunstvoll darmartig geformte „Auswurstungen“, die Farbpalette durchfließt sämtliche Blut- und Fleischtöne, die abgebildete Gesamtwurst setzt sich textlich aus lokalen Wurstspezialitätswörtern zusammen und bekommt dank der blutrosaroten Farbverläufe eine wulstige Körperlichkeit. Fröhlich-fleischliche Stimmung macht sich auch im Publikum breit.

Dafi Kühne betont, dass es ihm um die Qualität geht, denn „am Ende muss jedes meiner Plakate mit anderen an der Litfaßsäule mithalten können“. Er benutzt die gezeigten komplizierten (betulichen?) Techniken nur, damit seine Plakate so aussehen wie sie aussehen, deshalb „Downtempo“: als Motto offenbar auch der eigenen Lebensgestaltung.

Der anachronistisch-analoge Plakatgestalter Dafi Kühne verkauft auf Wunsch des Publikums in der Pause seine Plakate, hier ein täuschend Schweizerisches.

Der anachronistisch-analoge Plakatgestalter Dafi Kühne verkauft auf Wunsch des Publikums in der Pause seine Plakate, hier ein täuschend Schweizerisches

Plakate wie Logos

Werner Jeker hat bereits in den 1960er und ’70er Jahren Plakate gestaltet, hinterfragt „Typo und Tempo“ und nutzt zur Not ein Herbstlaubblatt spontan als Plakatmotiv. Einfachen und gefundenen Mitteln zum Zweck, einem Foto, einem Zufall verdankt er die besten Ergebnisse – sowie „guten Partnern“: Damit meint er „Leute, die schreiben können“ (als erstgenannte!), drucken oder fotografieren. Jeker sieht sich, ähnlich wie Kuchenbeiser, als Arrangeur, der mal lauter oder leiser die gleichen Mittel anwendet oder einen Rhythmus verschiebt.

„Grafik hat mich das Leiden gelernt.“

Er zeigt uns wunderschöne Bücher zum Beispiel von/mit dem Fotografen René Burri, dessen Postkarten aus aller Welt er als Collagen mitnutzt. Interessanterweise resümiert Werner Jeker: „Grafik interessiert mich nicht, Grafik hat mich nur das Leiden gelernt“ – und den Sinn für das Machbare, offenbar, wie bei Plakaten für Paris, wo es so wenig Platz für Plakate gibt, „also muss ich Plakate wie Logos machen“.

3 Jeker Stieger Tschachtli mit Geschenken Werner Jeker mit den Tÿpo-St.Gallen-Machern Roland Stieger und Andreas Tschachtli, die ihm seine Sprechergeschenke überreichen (dazu später mehr), was ihn offenbar erschreckt. Oder ist es Fotograf Michael Bundscherer?

Werner Jeker mit den Tÿpo-St.Gallen-Machern Roland Stieger und Andreas Tschachtli, die ihm seine Sprechergeschenke überreichen (dazu später mehr), was ihn offenbar erschreckt. Oder ist es Fotograf Michael Bundscherer? 

Neue Sinnzusammenhänge auf der Suche nach Form:
Schwerpunkt Informationsdesign

Hahn + Zimmermann aus Bern (der Blitzwitz!) machen Informationsgrafiken und erweitern ihre Aufträge zu Kunstprojekten. Sie visualisieren Daten zu völlig neuen Sinnzusammenhängen. Ihre technisch-formal anmutende Vorgehensweise eröffnet Experimentierfelder, auf denen Intuition und eine gewisse Manie die besten Ergebnisse und neue Erkenntnisse bringen.

Wo überall sind Daten drin? Und was steckt in den Daten drin? Was kann man damit machen? Hahn + Zimmermann reizen informationsgrafische Grenzen aus.

Wo überall sind Daten drin? Und was steckt in den Daten drin? Was kann man damit machen? Hahn + Zimmermann reizen informationsgrafische Grenzen aus. 

 

Barbara Hahn und Christine Zimmermann strukturieren ihre Arbeiten in drei „Zeitlogiken“. Als Grafik für das New York Times Magazine (1–2 Wochen) entwickelten sie ein „visuelles Alibi“ (in Form eines Kalenders) für einen viel reisenden Mann mit arabischem Namen, der beim FBI unter Verdacht geraten war.

Was ist in den Daten drin? Und wie lösche ich einen Freund?

Tempo 2 sind Serien, die ein Thema aus diversen Blickwinkeln beleuchten. Dazu liefern Hahn + Zimmermann eine der besten mir bekannten Definitionen von Infografik: Das Spannende sei „die Suche nach einer Form, die in den Daten drinsteckt“. Sehr schön kommt dies zum Ausdruck bei den häufigsten Fragen aus digitalen Netzwerken, die sie gesammelt, quantifiziert und einzeln herausgestellt haben: Sätze wie „Wo finde ich die Suche“ oder „Wie lösche ich einen Freund“ gewinnen, auf sich gestellt, enorm an metaphysisch-psychologischer Aussagekraft.

Informationsdesign trifft Dokumentation

Der Designer Thilo von Debschitz hat zusammen mit seiner Schwester Uta von Debschitz das Buch Fritz Kahn gemacht und entführt uns auf eine Zeitreise in die wunderbare Welt dieses frühen Informationsdesigners. Kahns Werk entstand im Berlin der 1920/30er Jahre, damals größte Stadt Europas und drittgrößte der Welt: Die Zahl der elektrifizierten Haushalte wuchs von 25 auf 75 Prozent, der Flughafen Tempelhof wurde in nur vier Jahren erbaut (!); es gab (im Jahr 1932) 4.700 Tages- und Wochenzeitungen (heute 350), Kino und Radio erlebten als neue Medien einen rasanten Aufstieg.

Ein Pionier des Informationsdesigns wird neu entdeckt.

In dieser technikbegeisterten Zeit schrieb der Arzt Dr. Fritz Kahn über 20 Bücher, von denen die fünf reich bebilderten Bände Das Leben des Menschen I–V (erschienen in der Franckh’schen Verlagshandlung, Stuttgart 1922–1931) mit über 1.200 Illustrationen, also in einer nie dagewesenen Verbindung von Information und Unterhaltung, zum Publikumsschlager wurden. Thilo von Debschitz beleuchtet Details einzelner Grafiken, zeigt Erzählstrategien, die Originalität der Kahn’schen Ideen und seine Technikvergleiche auf, die von Verehrern auch in anderen grafischen Kulturen immer wieder aufgegriffen und (grafisch, illustrativ, filmisch) ausgebaut wurden.

Thilo von Debschitz scheut sich nicht, auch persönliche Details aus dem Verlauf seines sowieso unkonventionellen Projekts zu teilen.

Thilo von Debschitz scheut sich nicht, auch persönliche Details aus dem Verlauf seines sowieso unkonventionellen Projekts zu teilen

Als krönendes Erlebnis seiner Forschungen und Dokumentationsarbeit, der Veröffentlichung des Buches Fritz Kahn, reist von Debschitz nach New York City und überreicht eines der ersten, druckfrischen Exemplare Immanuel Khan, dem Sohn von Dr. Fritz Kahn, an seinem 85. Geburtstag; zeitgleich ruft Schwester Uta aus Berlin bei den Kahns in New York an. Thilo filmt die Begrüßung, das Telefonat, die Buchübergabe („das ist wirklich ein herrliches Geschenk“, sagt der betagte Immanuel Kahn) – und lässt uns nun daran teilhaben. Die erste Zuschauerreihe inklusive Moderator Clemens Schedler schluckt und schnieft.

Bewunderungswürdig: Moderator Clemens Schedler beweist Balance bei seiner zweitätigen Gratwanderung zwischen Emotion, Exaltation und sorgfältiger Information.

Bewunderungswürdig: Moderator Clemens Schedler beweist Balance bei seiner zweitätigen Gratwanderung zwischen Emotion, Exaltation und sorgfältiger Information. 

Trüffelbücher und faszinierende Faszikel:
Schwerpunkt Dokumentation

Nach dem Abendessen des ersten Tages (freundlichst serviert in der Hochschulkantine) folgt die Buch-Vernissage von Tschicholds Faszikel. Faszikel sind (von lat. Fasciculus, der Verkleinerungsform von fascis, Bündel, Paket) gebündelte Zettel oder lose Blätter, die gesammelt ein Fragment, Manuskript oder eine Vorstufe zu einem Buch oder Heft darstellen können.

Wir als Drucker und Typografen: gemeinsame Anstrengung für ein tolles Projekt.

Erschienen sind Tschicholds Faszikel (das ist der Plural) im Kommissionsverlag VGS Verlagsgenossenschaft St.Gallen (ISBN 978-3-7291-1147-9) als sechzehnte Publikation der Edition Ostschweiz, 2015, herausgegeben im Auftrag der Ostschweiz Druck AG.

6 Hochuli ehrt Tschichold – Foto Michael Bundscherer

Jost Hochuli ehrt Jan Tschichold und erklärt die Bedeutung dessen bislang unveröffentlichter Faszikel 

Rino

Rino „Ich als Drucker“ Frey: einen passenderen Partner konnte sich das Buchprojekt nicht wünschen. Großes Bravo! Freys Entscheidung, die Edition zu unterstützen, und zwar aus Überzeugung an der Sache, ist einfach vorbildhaft 

Jost Hochuli zusammen mit den Verlegern und dem Großdruckereiinhaber und ebenso sympathischen wie glaubwürdigen Sponsor Rino Frey – seine kurze Ansprache berührt und überzeugt gleichermaßen, was für ein kongenialer Partner! – sie alle würdigen das Projekt und erinnern an den legendären Jan Tschichold, dessen „mehrere Leben“ Boris Kochan in einen gesamtkulturellen Kontext stellt.

9 Boris Kochan by Michael Bundscherer 1

Boris Kochans Vortragsstil ist physisch: Er singt, spricht, säuselt, liest kapitelweise vor, trinkt Wein und umarmt auf offener Bühne gern auch ganze Teams.  

Zu Ehren Tschicholds intoniert Kochan die ersten Töne aus Kurt Schwitters’ Ursonate, verweist auf dessen dadaistischen Club, das Cabaret Voltaire in Zürich, erwähnt heftige Typografie-Dispute um Tschichold und ebenso heftige Lektüreerfahrungen etwa von El Lissitzky, der das Lesen von Tschichold-Aufsätzen als physischen Genuss beschreibt: „der gesamte Motor verschnellert den Lauf“.

Von wegen betulich. Was bedeutet überhaupt betulich – bedächtig, sorgsam, umständlich? Zart, skurril und würdevoll? Daran ist nichts schlimm. All das passt auch auf die kleinen Stücke Musik aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, dargeboten mit Zither, Sackpfeife, Drehleier und allerlei Blockflöten, welche die Vernissage angemessen untermalen. Schließlich geht um nicht weniger als 60 Kartons mit besagten Faszikeln, 204 an der Zahl. Tschicholds „typografische Arbeitsbibliothek“ bildet als Schenkung der Familie die Basis für den dokumentarischen Band aus der Hand Jost Hochulis. Viele von Tschicholds Büchern sind „getrüffelt“, berichtet er, das heißt, mit Zetteln, Notizen oder zusätzlichen Fundstücken versehen, die zwischen die Seiten gelegt wurden. Tschicholds Faszikel enthalten erhellende persönliche Schriftstücke und sensationelle Fundstücke wie einen bis dato unbekannten, nie erwähnten Schriftentwurf von 1953.

10 Musikanten Foto Michael Bundscherer

Zum Abschluss dieses ersten sehr gelungenen tÿpografischen Tages bekommen alle rund 300 Konferenzteilnehmende großzügigerweise den Tschichold-Band geschenkt und werden zum Apéro geladen 

Eine schöne Schweizer Sitte und ein schönes Wort, gemeint sind ein Umtrunk und/oder Anlass, zusammenzukommen – ein Get together. In unserem Fall bedeutet das, wir dürfen Dank der großzügigen Unterstützung der Druckerei die Vernissage bei Wein, Schinken, Kuchen und Käse ausklingen lassen. Die Eingangshalle der Schule für Gestaltung ist proppenvoll. Apropos großzügige Sponsoren: die Sprecherinnen und Sprecher der diesjährigen Tÿpo bekamen passend zum Konferenzthema „Tempo“ jeweils die Helvetica-Uhr der Firma Mondaine geschenkt, gestaltet von Roland Stieger in einer Sonderausgabe (mit den Ziffern/Uhrzeiten 1 bis 12 in der jeweiligen Punktgröße), dazu ein riesiges Schokoladenpaket, gegossen von den Bildhauer-Klassen; 33 weitere Exemplare der Helvetica-1–12-Punkt-Uhr wurden unter den Konferenzteilnehmenden verlost.

Verlosung der Helvetica-Uhren auf der Tÿpo St.Gallen „Tempo“: Kochan spielt Glücksfee und räumt zur Not auch mit auf; Schedler macht stets eine gute Figur und bewahrt unbestechlichenen Blick.

Verlosung der Helvetica-Uhren auf der Tÿpo St.Gallen „Tempo“: Kochan spielt Glücksfee und räumt zur Not auch mit auf; Schedler macht stets eine gute Figur und bewahrt unbestechlichenen Blick.

8 Clemens Schedler von Michael Bundscherer

Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, welche Wirkungen „wilde Socke“ François Chastanet mit seinen soziokulturellen Kalligrafie-Projekten erzielt (im Kunstkontext würde man von „Interventionen“ sprechen), wir wissen nicht, was Benji Wiedemann amazing findet, haben Boris Kochan und Kai Bernau in ihrem je ganz eigenen Gestaltungswillen noch nicht erlebt, keine Ahnung vom Buchstabendrescher Bob Fischer, und den Maniegrad nicht begriffen, der manche zum kultischen Sammeln oder Herstellen von Büchern und andere (Lucas de Groot) zum Erforschen extremster Schriftgrade treibt. Das alles und mehr finden Sie hier:

Vorsprung durch Tempo:
Tÿpo St.Gallen, Teil 2

Wissenswertes über den Umgang mit Zeit in der Schweiz, die oben erwähnte Helvetica-Uhr und den Ypsilon-Umlaut in „Tÿpo St.Gallen“ finden Sie in meinem Interview mit dem Veranstalter der Konferenz:

„Eigentlich schneller: 3 Fragen an Roland Stieger“

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Alle Fotos in diesem Bericht: Michael Bundscherer (mit freundlicher Genehmigung).