Talks auf der TYPO Berlin 2017

aoi_yamaguchi-400

Aoi Yamaguchi

Japanische Kalligrafin (San Francisco)

Schon seit ihrem sechsten Lebensjahr lernte die im japanischen Hokkaido geborene und aufgewachsene Aoi Yamaguchi Kalligraphie bei Master Zuiho Sato. Ihre Arbeiten wurden bei zahlreichen Wettbewerben und Ausstellungen mit höchsten Preisen ausgezeichnet. In ihren Konzept-Performances übersetzt sie auf einzigartige Weise japanische Kalligraphie in körperkünstlerische Ausdrucksformen. Sie performt mit modernen Tänzern, Models und Künstlern alter und zeitgenössischer Musik weltweit.

Aoi Yamaguchi lebt in Berkeley, Kalifornien. In ihren konzeptkalligraphischen Installationen, Ausstellungen und Performances zieht sie die Grenzen der traditionellen orientalischen Klassik und moderner Kunst kontinuierlich weiter.

Foto: Tokio Kuniyoshi Photography

SchneiderTM by Nozomi Matsumoto

Schneider TM

Musiker, Komponist (Berlin)

Dirk Dresselhaus (a.k.a. Schneider) wurde 1970 in Bielefeld geboren und ist seit den späten 80er Jahren in verschiedenen musikalischen Bereichen aktiv. Von 1989 bis 1997 spielte und sang er in Indie-/Noiserock- und Pop-Bands wie Locust Fudge und Hip Young Things woraufhin er sich ab 1997 mehr mit elektronischer Musik beschäftigte und das Projekt Schneider TM startete, mit dem er sich für einige experimentelle Elektro-Freakpop Alben und Indie-Hits wie Reality Check, Frogtoise, Pac Man / Shopping Cart oder eine Coverversion von The Smiths mit dem Titel The Light 3000, eine von u.a. John Peel & The Wire hochgelobte Kollaboration mit Kptmichigan, verantwortlich zeigte.

Schneider TM wird als einer der Erfinder des Musik Genres Indietronic oder auch Indietronica genannt.
Seit 1998 spielte Schneider TM mehrere hundert internationale Live Konzerte inklusive einiger renommierter Festivals wie CTM (Berlin), Sonar Festival / Sonar Sound (Barcelona, Roma, Tokyo), Mutek (Montreal, Mexico City), Arty Farty (Lyon), Pukkelpop (Hasselt), Hultsfred Festival (Hultsfred), Kilbi Festival (Bad Bonn), Frieze Art Fair / Frieze Music (London), Phonem Festival (Istanbul), Numero Festival (Lisboa), Les Siestes électroniques festival (Toulouse), Melt Festival (Gräfenhainichen), Midi Festival (Hyéres), Motomix Festival (Sao Paolo), Todaysart Festival (Den Haag), Dark Mofo (Hobart) etc..
Neben anderen Arbeiten wie Komposition und Produktion von Musik für Filme (1. Mai, 66/67, In Der Überzahl, Teilhard, Remainder etc. mit Regisseuren wie Ludwig & Glaser, Omer Fast etc.), Theater (The Scorpionfish, Louis & Bebe mit Joanna Dudley & Rufus Didwiszus) und Hörspiele (Release, Hochhaus mit Paul Plamper), spielt er seit einigen Jahren regelmäßig in Noise-Improv-Bands & Projekten wie Angel (zusammen mit Ilpo Väisänen von Pan sonic & Gästen wie Hildur Gudnadottir, Oren Ambarchi, BJ Nilsen oder Lucio Capece) und Real Time, einem eher an Neuer Musik orientiertem Duo zusammen mit Reinhold Friedl von zeitkratzer. Desweiteren spielt er seit einiger Zeit regelmäßig Improvisations-Konzerte auf wechselndem Equipment wie E-Gitarre, Elektronik, Balafon oder mit Field Recordings, manchmal solo und manchmal mit Jochen Arbeit (Einstürzende Neubauten, Automat),  Damo Suzuki (ex-Can), der japanischen Tänzerin Tomoko Nakasato oder Videokünstlern wie Lillevan, pani K und Takehito Koganezawa.

2007 gründete Dirk Dresselhaus zusammen mit Michael Beckett das (Online-) Label MWM (MirrorWorldMusic).

Foto:

Mika Satomi

Mika Satomi

Designer, Artist (Berlin)

Die Designerin und Künstlerin Mika Satomi erkundet die Welt der eTextiles, Interaktionsdesign und Physical Computing. Fünf Semester lang war sie Gastdozentin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und arbeitete als Wissenschaftlerin an der Swedish School of Textiles und im schottischen Distance Lab für praxisbasierte Designforschung. Satomi hat einen BA in Graphic Design der Zokei Universität Tokio und einen MA in Media Creation des IAMAS Japan. Seit 2006 bildet sie mit Hannah Perner-Wilson das Künstlerinnenkollektiv KOBAKANT. Gemeinsam realisieren sie künstlerische Projekte im Bereich eTextiles und Wearable Technology Art. Mika Satomi ist Koautorin der eTextile Online-Datenbank „How to get what you want“.

 

Linlow: Towards Transcendence – Interaktive Kalligraphie & Sound Performance

Inspiriert von „wanderlust“, dem Thema der TYPO Berlin 2017, präsentiert Aoi Yamaguchi in Zusammenarbeit mit dem Berliner Musiker Schneider TM und der eTextile-Künstlerin Mika Satomi eine interaktive, großformatige Konzept-Kalligraphie.

Die einzigartige Kunst der Kalligraphie ist Dekonstruktion und Transformation bestehender Sprachkonventionen mit dem Pinsel. Dabei erfüllt die Kalligraphin das Zeichen mit ihrer Interpretation einer Idee, die jede Performance zu einem Unikat werden lässt. Das Publikum erlebt japanische Kalligraphie und erkundet die Verbindung von Körper und Geist, während Yamaguchi mit ihrem Pinsel Strich für Strich ihr Konzept physisch sichtbar macht.

Die Bewegungen der Künstlerin werden in dieser Performance von Sensoren erfasst und in ein Signal übertragen, das die Instrumente steuert. Jede Pinselbewegung wird durch die Sensoren verstärkt, die Schneider TMs Komposition erhöhen und sie wirkmächtig modulieren. In ihrem Pulsieren werden die Zuhörer ein Teil des Stücks selbst.

FYI:

** 琳瑯 (Linlow) ist ein altjapanischer Begriff für:

1. schöne Edelsteine, schöne Gedichte, Poesie;

2. den schönen Klang, der entsteht, wenn sich schöne Edelsteine berühren.

琳瑯 ist ein Zitat eines meiner Lieblingsautoren: Soseki Natsume schreibt in seinem Buch Kusamakura:「芸術家は無数の琳琅を見、無上の宝璐 (ほうろ) を知る」„Der Künstler sieht zahllose schöne Gedichte (Literatur, Komposition) und kennt den größten Schatz.“

Neueste Artikel